Taj Mahal, Tiger und exotische Hindufeste - in Indien lassen sich viele bewegende Eindrücke sammeln, aber die Bedeutsamkeit dieses großen Landes mit seiner Bevölkerung von ca. 1 Mrd Menschen läßt sich nur erschließen, betrachtet man bei aller Buntheit auch den geschichtlichen Kontext: während der Jungsteinzeit lebten die indischen Ureinwohner vermutlich über weite Landstriche und wurden stetig von aus dem Westen eingewanderten Dravidenstämmen assimiliert. Die Draviden lebten in einer Mesopotamien oder Ägypten vergleichbaren Kultur. Vermutlich 2.500 v. Chr. erlebten die Draviden Invasionen indoeuropäischer Stämme, speziell der Arier. Sie gelangten über die Bergpässe entlang der Nordwestgrenze des Reiches auf den Subkontinent und besetzten mit der Zeit den Großteil der Gebiete nördlich des Vindhya-Gebirges . Spuren der Arier finden sich im Sanskrit, wo der Begriff "arya" (Edle) auftaucht, oder im Kleinasiatischen, wo das mesopotamische Mitannireich im 14. und 15. Jahrhundert v. Chr. eine arische Oberschicht besaß. | In dieser arischen Kultur, die diejenige der autochthonen Bevölkerung überlagerte, dürfte auch der Grund für das bis heute noch gelebte Kastensystem in Indien bestehen. Dem Nationalsozialismus, der stets geschichtliche Aspekt so umzudeuten verstand, dass sie den eigenen Plänen förderlich waren, nutze auch die indische Geschichte, um eine Rassenideologie zu formen, die auf das angeblich traditionelle arische Herrschafts- und Selbstverständnis zurückgriff und ihre angebliche Überlegenheit als weiße Herrenrasse - den Ariern -, stützte. Dies gipfelte schließlich in der Verfolgung und späteren Massenvernichtung so genannter nichtarischer Völker während des 2. Weltkrieges. |
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